Offener Brief zur H-Bahn

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrates der Dortmunder Stadtwerke AG,
Sehr geehrte Stadträt*innen,

Eine Stadt. Viel Wissen - unter diesem Motto bewirbt die Stadt ihre Entwicklung zum Wissenschaftsstandort und erfreut sich an dem stetigen Zuzug von Studierenden, der auch zur Stadtentwicklung beiträgt.

Wir sind erstaunt, welchen Stellenwert die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) dem Hochschulbetrieb am gemeinsamen Campus von Technischer Universität (TU) und Fachhochschule (FH) beimessen. Mit größter Verwunderung stellen wir fest, dass einer der größten Hochschulcampus in Deutschland nicht wenigstens im selben bedarfsgerechten Umfang von den städtischen Verkehrsbetrieben bedient wird, wie jeder andere Stadtteil Dortmunds.

Alle Buslinien der DSW21 fahren auch am Wochenende ganztägig, für uns Studierende soll jedoch noch nicht einmal ein H-Bahn-Betrieb an einigen Stunden an Samstagen möglich sein. Dies ist für uns vollkommen unverständlich, auch vor dem Hintergrund, dass der Vorstand der Stadtwerke die Kosten mit 40.000 € jährlich angibt, bei einem Umsatz durch das Semesterticket von 13.000.000 € jährlich alleine durch die Studierenden der TU.

Schon die Wahl der Bedingungen für den Probebetrieb der H-Bahn an Samstagen vom 03.09.16 bis 26.11.16 ließ bereits eindeutig vermuten, dass ein Regelbetrieb von Seiten der Stadtwerke nicht gewünscht ist. Denn der Probezeitraum wurde in einen Zeitraum gelegte zu dem erfahrungsgemäß die wenigsten Studierenden zwischen den Campusteilen pendeln.
Auch erscheint die gewünschte Zahl von 200 Fahrgästen in der Stunde verglichen an den Nutzungsstatistiken im wöchentlichen Betrieb utopisch. Vergleichbar ist diese Zeit eher mit den Schwachlastzeiten im Betrieb der H-Bahn in der ca. 40 - 70 Fahrgäste die Bahn nutzen, eine ähnliche Nutzungsquote wurde auch im Probebetrieb erreicht. Auch ist es verwunderlich, dass keine Alternativmodelle, beispielsweise ein Busbetrieb geprüft wurden.

Zudem ist es auch auffällig, dass die Nutzer*innen mangelhaft auf den zusätzlichen Betrieb aufmerksam gemacht wurden. Lediglich ein Zettel in jeder H-Bahn Station und ein schlichter Vermerk auf der Homepage erscheint doch ein wenig dürftig für die groß angekündigte Werbekampagne.
Dass sich die H Bahn Gesellschaft im Nachhinein auf die alleinig vom AStA geplanten und durchgeführten Werbeaktionen beruft, offenbart die Unzulänglichkeiten der eigenen Öffentlichkeitsarbeit. Weshalb die Fahrten am Samstag nicht in die Onlinefahrplanauskünfte implementiert wurden, erscheint unverständlich. Aus diesem Grund konnten viele Personen die Nutzung der H-Bahn nicht in ihren Modal Split aufnehmen.
Daher halten wir es für angebracht, auch Ihnen als Vertreter*innen der politischen Ebene unsere grundsätzliche Kritik am Umgang des städtischen Unternehmens mit uns als einem der größten Kunden zu äußern. Unsere Anfragen nach Informationen werden entweder gar nicht oder sehr zögerlich beantwortet. Wir bedauern, dass ein produktiver Austausch mit der Studierendenschaft von Seiten der H Bahn Gesellschaft offensichtlich nicht gewünscht ist.

Daher wenden wir uns nun an Sie als die Entscheider*innen um den absolut notwendigen und ja auch von den politischen Gremien unterstützten Betrieb der H-Bahn am Samstag nun endlich dauerhaft zu installieren. Wir würden uns freuen, wenn diese Diskussion in die politische Agenda von Aufsichtsrat und Stadtrat aufgenommen wird, denn es ist für uns nicht akzeptabel, dass die Entscheidung über unseren Personennahverkehr alleine der Geschäftsführung der Stadtwerke obliegt und somit das reine ökonomische Interesse über Gemeingut bestimmt.

 

Der Allgemeine Studierendenausschuss der TU Dortmund,

 

Hannah Rosenbaum, Sprecherin, Januar 2017

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