Pressemitteilung des AStA der TU Dortmund zur aktuellenBAföG-Debatte:

Studierendenvertretung fordert Kurswechsel beim BAföG und ruft zu
einer Kundgebung auf

Dortmund den 19.06.2026

Der AStA der TU Dortmund bezieht in der laufenden BAföG-Debatte entschieden Stellung und fordert die Bundesregierung auf, die zugesagte Erhöhung der Wohnkostenpauschale unverzüglich umzusetzen. Gleichzeitig stellt der AStA klar, dass diese Minimalverbesserung nur ein erster Schritt sein kann, um die prekären Lebensbedingungen vieler Studierender zu verbessern. Es bedarf einer umfassenden Reform, die eine vollumfängliche, bedarfsdeckende, elternunabhängige und rückzahlungsfreie Studienförderung für alle garantiert, sowie weitere Maßnahmen wie die hinreichende Ausfinanzierung der Studierendenwerke.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft der AStA der TU Dortmund zu einer Kundgebung am 24.06. um 12:00 Uhr auf dem Martin-Schmeißer-Platz auf. Weitere Demonstrationen und Proteste sind von anderen ASten (Aachen, Düsseldorf, Köln, Karlsruhe, Bielefeld, München, Dortmund, Siegen und Bonn) geplant.

Grundsätzliches

Bildung ist eine entscheidende gesellschaftliche Kraft, mit der durch Wissenschaft und
Lehre gesellschaftlicher Fortschritt und Erkenntnisse gewonnen werden können. Sie befähigt Menschen zu eigenständigem und kritischem Denken und wirkt so emanzipatorisch. Über das Individuum hinaus ist Bildung – ebenso wie Wissenschaft und Forschung – die Grundlage für eine gerechte, freie und friedliche Gesellschaft. Diese Möglichkeiten und Chancen von Bildung können sich jedoch nur verwirklichen, wenn Studierende die materiellen Bedingungen haben, sich dem Studium, dem Lernen und dem Forschen vollständig zu widmen. Hierfür bedarf es Zeit, Sicherheit und ein Einkommen, das ein Leben ohne Existenzängste ermöglicht.

Die Situation an der TU Dortmund

Die Realität sieht anders aus: Das BAföG wurde ursprünglich als Instrument eingeführt, das zu mehr Chancengleichheit führen sollte. Damals erhielten noch rund 45 % aller Studierenden BAföG. Heute sind es bundesweit nur noch etwa 11 % – an der TU Dortmund 13,3 % (3.928 Studierende). Damit verlor das BAföG einen Großteil seiner ursprünglichen Reichweite. Gerade im Ruhrgebiet, das vom Strukturwandel geprägt ist und das überdurchschnittlich viele Studierende aus nicht-akademischen und einkommensschwächeren Familien an die Hochschule bringt, wiegt diese Entwicklung besonders schwer.

Verschärft wird diese Entwicklung durch die Mietsituation in Dortmund. Bereits viele Zimmer in den Wohnheimen des Studierendenwerks liegen über der BAföG-Wohnkostenpauschale (380 €). Wer auf dem freien Wohnungsmarkt nach WG-Zimmern suchen muss, trifft dort noch einmal auf deutlich höhere Mieten. Folglich leben über 80 % der Studierenden, die nicht zu Hause wohnen, leben in Armut (vgl. Der Paritätische 2024, S. 3). Hierdurch werden auch immer mehr Studierende in die Erwerbsarbeit gedrängt: Die Zahl der neben dem Studium Berufstätigen wächst seit Jahren (vgl. IAB 2025). Darunter leiden nicht nur die Studienzeit, sondern auch die Studienqualität, der Studienerfolg und
die Gesundheit. Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung, Studierende lebten in einer „privilegierten“
Situation (vgl. WAZ 2026), blanker Hohn und ohne jeden Lebensweltbezug. Sie verkennt eine doppelte Spaltung: Während die einen, insbesondere Kinder aus nicht-akademischen Familien wegen der strukturellen mangelhaften Studienfinanzierung gar kein Studium aufnehmen, leiden die anderen unter der Doppelbelastung aus Studium und Erwerbsarbeit.

Schlussfolgerung

Der AStA verurteilt zudem die Argumentationsweise, mit der die Erhöhung in Zweifel gezogen wird. Der Verweis, man könne keine zusätzlichen Leistungen versprechen, wenn an anderer Stelle (Pflegebedürftige, Elterngeld etc.) Kürzungen vorgenommen werden, spielt verschiedene machtlose Gruppen gegeneinander aus (vgl. WAZ 2026). Unter diesen Umständen stellen die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Minimalverbesserung der Bundesregierung lediglich eine überfällige Anpassung an die Lebensrealität der Studierenden dar und können die Verschlechterungen der vergangenen Jahre nicht ansatzweise ausgleichen. Dass nun sogar diese überfällige Anpassung wieder gestoppt werden soll, ist umso desaströser. Folglich ist die nun geführte Diskussion, die Reform und Erhöhung zu stoppen, in aller Schärfe zurückzuweisen. Was es braucht, ist eine grundlegende BAföG-Reform statt Armut für viele Studierende

Über den AStA der TU Dortmund

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die vom Studierendenparlament gewählte Vertretung der Studierendenschaft der Technischen Universität Dortmund. Er vertritt die Interessen der knapp 29.500 Studierenden gegenüber Hochschule, Politik und Öffentlichkeit und bietet zahlreiche Serviceleistungen an

Pressekontakt

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der TU Dortmund

Vertreten durch: Darius Weitekamp, Vorsitz
Ansprechperson: Pascal von Berg, Referat für Hochschulpolitik und Lehre

Emil-Figge-Str. 50
44227 Dortmund

hopo@asta.tu-dortmund.de oder asta@asta.tu-dortmund.de
Web: asta-dortmund.de

Quellen:

Der Paritätische (2024): Armut von Studierenden in Deutschland. Online: https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/2024_06_05_expertise_bafoeg_final.pdf

IAB (2025): Generation Z – noch ein Klischee weniger. Online: https://iab-forum.de/generation-z-noch-ein-klischee-weniger/

WAZ (2026): Unis in Deutschland – „Es ist kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben“. Online: https://www.waz.de/politik/article412126766/es-ist-keindrama-wenn-studierende-neben-dem-studium-jobben.html

Stellenanzeige: Protokollführung für das Studierendenparlament

Das Studierendenparlament sucht für seine Sitzungen eine Protokollantin zum Erstellen der
Sitzungsprotokolle.

Deine Aufgaben:

  • Während der Sitzung führen des Verlaufsprotokolls
  • Danach Nachbereitung und finales Erstellen des Protokolls

Das solltest du mitbringen:

  • Deutsch als Muttersprache oder auf C2-Niveau
  • Sehr gute Rechtschrei- und Grammatikkenntnisse
  • Sicherer Umgang mit Microsoft Word oder Libre Office
  • Gute Tippgeschwindigkeit (mindestens 50 Wörter pro Minute)
  • Gutes Namengedächtnis

Rahmenbedingungen:

  • Geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob)
  • Entlohnung von 16,00€ die Stunde, bei einem Arbeitsaufwand von circa 9 Stunden pro
    Monat
  • Stelle ist befristet auf ein Jahr
  • Die Sitzungen finden meistens einmal im Monat zwischen 18 Uhr und 22 Uhr auf dem
    Campus statt. Eine Remote-Teilnahme ist nicht möglich

Um die parlamentarischen Abläufe zu wahren, ist eine gleichzeitige Mitgliedschaft im Studierendenparlament der TU Dortmund ausgeschlossen. Da die Stelle den Vertraulichen Umgang mit internen Informationen beinhaltet, wird eine Verschwiegenheitspflicht vertraglich vereinbart.

Wenn du Interesse hast, melde dich gerne mit einer kurzen Bewerbung bei vorsitz@asta.tu-dortmund.de

Wir freuen uns auf deine Bewerbung.

Universitätswahlen 2026

Eure Stimme zählt! Gestaltet die hochschulpolitische Zukunft der Uni und wählt jetzt eure Vertreter für Studierendenparlament, Fakultätsräte und Senat.

Folge uns auf Instagram oder unserem WhatsApp Channel für alle wichtigen Infos. Dort haben wir auch zwei Reels für euch vorbereitet, die die Wahlen nochmal erklären.

Studentische Wahl

Bei der Wahl der Studierendenschaft werden die Vertreter*innen für das Studierendenparlament (StuPa) gewählt. Dabei kandieren verschiedene Listen, das sind Gruppen an Studierenden, die gemeinsame hochschulpolitische Interessen verfolgen. Deren Wahlprogramme werden vorher als Wahlzeitschrift veröffentlicht.

Internationale Studierende können außerdem Vertreter*innen für das Autonome Ausländer*innen-Referat (AAR) wählen, die ebenfalls in der Wahlzeitschrift vorgestellt werden.

How to StuPa Wahl

Du wählst direkt ein Mitglied aus einer Liste. Häufig stellen sich die einzelnen Mitglieder in der Wahlzeitschrift vor. Die Sitze im StuPa werden nach der Gesamtstimmenzahl an die Listen vergeben. Diese Sitze werden dann innerhalb der jeweiligen Liste nach der Anzahl der Stimmen der Einzelpersonen besetzt. Personen, die keine Stimme bekommen, ziehen auch nicht ins StuPa ein.

Universitäre Wahl

Bei der universitären Wahl könnt ihr studentische Vertreter*innen für den Senat und für die Fakultätsräte wählen. Für die Senatswahl treten ebenfalls ausgewählte Listenmitglieder an. Bei den Fakultätratswahlen sind es i. d. R. Vertreter*innen aus den jeweiligen Fachschaftsräten,die sich zur Wahl aufstellen lassen.

Hier geht es direkt zu den Wahlen: Hochschulwahlen

Hier geht es zur Wahlzeitschrift der Wahlkommission: Wahlzeitschrift

Rave gemeinsam gegen Neonazis

Raven gegen Rechts! ✊ Zusammen mit dem Bündnis BlockaDo demonstrieren wir gegen die monatlichen „Heimatabende“ der Dorstfelder Neonaziszene – mit Tanz, Musik und guter Stimmung!

Seit einiger Zeit finden in Dorstfeld wieder regelmäßige Treffen von Rechten statt, die u. a. der Gewinnung neuer Anhänger und der Verbreitung rechten Gedankenguts dienen. Gemeinsam mit den Aktivist*innen von BlockaDo wollen wir ein Zeichen dagegen setzen und veranstalten einen Day Rave auf dem Wilhelmsplatz in Dortmund-Dorstfeld.

🎶Line-up:
Delle
Vicileaks
Lilunja
Nachtaktiv

📍 Wilhelmsplatz, Dortmund-Dorstfeld
📅 29.05.2026
🕓 16:00–21:00 Uhr

Feiert mit uns für Demokratie und Vielfalt – und gegen Rechtsextremismus! 🌈💜

HOPO NEWS Mai 2026 (UPDATE)

Die neue Ausgabe der HOPO NEWS (Mai 2026) ist da und liefert wichtigen Updates rund um den Campus der TU Dortmund und unsere Arbeit als AStA. Das erwartet euch:

Statement zur Situation in der Germanistik: Unser Statement, das Feedback und die Maßnahmen des Rektorats.

BlockaDo – Gemeinsam gegen Rechts: Was BlockaDo ist und welche Aktion wir geplant haben!

Gremienwahlen an der TU Dortmund: Alles was du für dich kommenden Gremienwahlen wissen musst!

Des Weiteren: Alle kommende Events im Mai und ein kurzer Einblick in unsere Arbeit.

Verpasst keine News mehr und tretet unserem WhatsApp Chanel bei oder folgt uns auf Instagram.

Zur Situation der Germanistik-Studiengänge

20. April 2026

Als AStA der TU Dortmund sehen wir uns in der Verantwortung, Studieninteressierte ehrlich über die aktuellen Studienbedingungen zu informieren. Vor diesem Hintergrund können wir derzeit ein Studium der Germanistik an unserer Universität nur eingeschränkt empfehlen.

Diese Einschätzung basiert nicht auf einzelnen negativen Erfahrungen, sondern auf Problemen, die sich seit längerer Zeit durch den Studienalltag ziehen. Dazu gehören vor allem eine unzureichende finanzielle Ausstattung, organisatorische Schwierigkeiten und insgesamt angespannte Arbeitsbedingungen innerhalb der Fakultät. In der Summe wirkt sich das deutlich auf die Qualität von Lehre und Studium aus.

Konkrete Auswirkungen auf das Studium

Für Studierende zeigt sich die Situation vor allem in fehlender Planbarkeit. Das benötigte Kursangebot kann häufig nicht in ausreichendem Umfang bereitgestellt werden. Das führt dazu, dass Pflichtveranstaltungen teilweise über mehrere Semester hinweg nicht besucht werden können. Ebenfalls treten bei der Koordination von Prüfungen erhebliche Probleme auf, sodass oftmals die nachgefragten Termine und Plätze nicht bereitgestellt werden können.

Die Folge: Studienverläufe verzögern sich. Nicht, weil Studierende schlecht planen, sondern weil schlicht die Angebote fehlen. Diese strukturell bedingte Verlängerung des Studiums ist für viele eine erhebliche Belastung.

Auch die Betreuungssituation ist angespannt. Verlässliche Ansprechpartner*innen, klare Strukturen und eine gute fachliche Begleitung sind im Moment nicht immer gegeben, obwohl genau das für ein funktionierendes Studium zentral wäre.

Kommunikation als zentrales Problem

Ein wesentlicher Faktor ist die mangelnde Kommunikation. Innerhalb der Lehrstühle kommt es immer wieder zu unklaren Zuständigkeiten und fehlender Abstimmung. Gleichzeitig erreichen Informationen Studierende und auch uns als Studierendenvertretung oft verspätet, unvollständig oder gar nicht.

Rückmeldungen bleiben aus, Prozesse ziehen sich unnötig in die Länge. Das verschärft viele der bestehenden Probleme zusätzlich, selbst dort, wo eigentlich Lösungen möglich wären.

Strukturelle Hintergründe

Die aktuelle Situation ist kein Zufall, sondern Ausdruck grundlegender struktureller Probleme. Seit geraumer Zeit fehlt es an ausreichenden Ressourcen, um ein stabiles und vollständiges Studienangebot sicherzustellen. Gleichzeitig werden notwendige Veränderungen nur sehr zögerlich umgesetzt.

Kritisch sehen wir in diesem Zusammenhang auch die Rolle des Dekanats. Aus unserer Sicht fehlte es bislang an klaren Maßnahmen und ausreichender Unterstützung, um die Situation spürbar zu verbessern. Das Rektorat hat die strukturellen Probleme erkannt und verspricht Interventionen. So werden unter anderem Studien- und Prüfungskoordination durch das Rektorat übernommen.

Unser Engagement – und wo es an Grenzen stößt

In den letzten sieben Monaten haben wir intensiv versucht, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu erarbeiten. Dazu gehörten zahlreiche Gespräche, die Begleitung von Prozessen und die Einbringung von Vorschlägen zur Entlastung der Situation.

Trotz dieses Einsatzes müssen wir feststellen, dass sich an den grundlegenden Problemen bisher wenig geändert hat.

Unsere Einschätzung

Ein Studium braucht verlässliche Rahmenbedingungen und eine gewisse Planungssicherheit. Beides sehen wir in der Germanistik an der TU Dortmund derzeit nicht ausreichend gegeben. Aufgrund dessen begrüßen wir die Intervention des Rektorats. Gleichzeitig ist die Situation dynamisch, sodass wir nicht hinreichend beurteilen können, inwiefern die Studierbarkeit der Germanistik gewährleistet sein wird.

Außerdem halten wir es für wichtig, Studieninteressierte offen über die Situation zu informieren und momentan die Aufnahme eines entsprechenden Studiums nur eingeschränkt zu empfehlen. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, dass sich die Bedingungen verbessern – mit dem Ziel, die Empfehlung künftig wieder uneingeschränkt aussprechen zu können.

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